Drasnice, ein kleiner Küstenort, der sich etwa zehn Kilometer südlich von Makarska in der Richtung Dubrovnik befindet, hat heute etwa 300 Einwohner, aber gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts lebte hier mehr als 900 Leute!

Das Toponym Drasnice kommt vom Namen einer Pflanze <Unkraut> die auf Kroatisch "dracha zestica" heißt, und auf diesem Gebiet sehr verbreitet ist. Der Ort ist zum ersten Mai in türkischen Dokumenten vom Ende des 15. Jahrhunderts erwähnt. Das Leben auf diesem Gebiet existierte schon seit Urzeiten. Die Reste der materiellen Kultur gehen auf 8000 Jahre in die Beschichte zurück! An unserer Küste, wie auf dem ganzen mediterranen Gebiet blühte zu der Zeit die Kultur der Jungsteinzeit - des Neolithikums.

Die charakteristischen Steinhügel "gradine" und "gomile" stammen aus der Illyrerzeit, weil die Illyrer die Ureinwohner dieses Gebiets waren. "Gradine" haten Wohn- und Schutzfunktion und "gomile" waren nur Steinhügel unter denen die alten Illyrer begraben wurden. Außer dieser sepulchralen Funktion dienten sie auch als Erkundungsstellen. Eine kleinere Zahl von diesen Steinhügeln <gomile> befindet sich im Küstengebiet, aber die meisten sind hinter dem Berg, wo auch die Wohn- und Schutzplätze waren. Das Leben spielte sich in zwei Zonen parallel ab; im Sommer hinter dem Berg und im Winter unter dem Berg Biokovo. Das Leben am Meer war nicht so üblich, weil die Zeiten sehr unruhig waren.

Diese Lebensweise (hinter und unter dem Berg) erhielt sich bis Ende des neunzehnten Jahrhunderts!!!
Vor dem Ort Drasnice ist die Insel Hvar. Ein paar hundert Jahre vor Christi Geburt, haben die Griechen einige unserer Inseln kolonisiert (angesiedelt) unter ihnen auch die Insel Hvar Der Name Hvar kommt aus dem Griechischen "Pharos".
Als die Macht der Griechen nachließ, übernahmen die Römer die griechischen Kolonien an der Küste, aber auch die Ostküste. Nacdem die Römer die östliche Küste erobert haben" blieben sie hier mehr als 500 Jahre.
Das Leben zu Römerzeit wurde ruhiger" so erschienen an der Küste neben Makarska zahlreiche kleine Siedlungen unter denen auch die Perle von Drasnice. Die Reste einer solchen Siedlung befinden sich nicht weit von Drasnice in der Richtung nach Dubrovnik. Auf einem qrößeren Gebiet wo heute Olivengärten sind, war einst eine solche römische Siedlung. Auf diesem Gebiet kann man dem Kontinuum des Bewohnenseins schon seit Urzeiten folgen. Nicht weit von einer Erkundungsstelle befand sich eine antike Giedlung. An dieser Stelle können Sie in ein paar Sekunden mit Ihrer Hand das alte Bau- und Geschirrmaterial sammeln!!!
Nach der alten Ueberlieferung haben diese Siedlung die unbekannten Barbaren nach dem Fall des römischen Reichs zerstört. Sie gingen vom Osten nach Westen und haben sich überhaupt nicht lange aufgehalten. Das frühe Mittelalter, d.h. der Zeitraum zwischen dem achten bis zum elften Jahrhundert, ist uns ziemlich unbekannt, vom Standpunkt der historischen Erreignissen aus. Nur zeitweise gibt es Indizien, die auf einige Ereignisse weisen könnten. Nicht weit von dem Gebiet wo in der Antike das Leben blühte, baute man im 12. Jahrhundert die Kirche des heiligen Michaels im benachbarten Ort Igrane.

Ende des 15. Jahrhunderts kommen die Türken ins Bosnien und verursachen die Migration der damaligen Bevölkerung die an die Küste zusammen mit den Franziskanern kommt. Die Franziskaner erheben eine kleine Kirche und ein Kloster in Drasnice, aber nicht gewohnt an den starken Nordwind Bora, der manchmal in den Wintermonaten stark weht, flohen sie in das zehn Kilometer entfernte Zivogosce. Aus dem siebzehnten Jahrhundert, nicht weit von dem Ort wo man das Leben systematisch beobachten kann, wurde die Kirche des heiligen Stefan gebaut, an deren Stelle wahrscheinlich noch eine altere Kirche war. Von den anderen Kirchen, können wir die des heiligen Jure an der Küste nennen, weil er der Schutzpatron von Drasnice ist, die Kirche des heiligen Rochus auf Izbitac und die kleine Kapelle des heiligen Nikolaus im Weiler Urlichi.
Was für Drasnice charakteristisch ist, sind die gut erhaltenen Häuser aus dem Gebiet unter dem Berg, wo man bis zum großen Erdbeben im Jahre 1962 lebte. In demselben Jahr, begannen die Arbeiten an der Küstenstraße, was zusätzlich verursachte, dass die Bevölkerung an die Küste übersiedelte. Zur gleichen Zeit kommt es zu einer bemerkenswerter touristischen Entwicklung des Ortes, so dass auch dieses Phänomen die Ansiedlung der Küste noch mehr verstärkt.

Den Ort Drasnice kann man mit dem Pompei vergleichen, weil man hier seit immer den Zeitgeist spüren konnte. Hier sind alte Steinhäuser, vor ihnen alte Werkzeuge, alte Oelmühlen, und in jedem Haus, auch heute sieht man das authentische Innere der jahrhundertlangen Tradition.